Berlin 19.12.09: Demo für Gewerkschaftsfreiheit

An der bundesweiten Protestdemo gegen eine einstweilige Verfügung des Berliner Landesgerichts, nach der die FAU Berlin sich nicht mehr als Gewerkschaft bezeichnen darf, beteiligte sich auch die VAB Leipzig.
Die Demo begann bei ca. -15°C am FAU-Lokal in der Straßburger Straße und endete mit einer langen Kundgebung am Kino Babylon. Ein dortiger Arbeitskampf hatte zu einstweiligen Verfügungen des Landesgerichts gegen die FAU Berlin geführt.

Eigentlich hatte die FAU Leipzig Gemütlicheres vor: Vokü zum Thema China. Die FAU dankt den Leuten, die kurzfristig eingesprungen sind und die Vokü übernommen haben.

Reihe: “Entwicklungen im 21.Jahrhundert”

Konflikte Projekte Selbstorganisation in Mittelamerika und China - Veranstaltungsreihe vom 26.11. bis 17.12.

Das libertäre Kultur- und Kommunikationszentrum Libelle ist im November und Dezember einer von drei Veranstaltungsorten der Reihe „Entwicklungen im 21. Jahrhundert- Konflikte- Projekte- Selbstorganisation“ des PLAQUE e.V..

Die Veranstaltungsreihe gibt Einblick in aktuelle Entwicklungen unterschiedlicher Trikontländer. Neben der kritischen Betrachtung von großen „Entwicklungsprojekten“ wie dem Bau von Staudämmen und der Förderung der industriellen Garnelenzucht, wird in den Veranstaltungen die Menschenrechtssituation in verschiedene Trikontländern dargestellt.

Außerdem berichtet die Inforeihe von gelungen Projekten in denen Menschen sich selbst organisieren und eine partnerschafliche Zusammenarbeit zwischen Organisationen aus reichen und armen Staaten verwirklicht wurde.

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Der Aufstand der Würde

Die zapatistische Bewegung in Chiapas/Mexiko

Dokumentarfilm, BRD/México 2007

Ein Film des Zwischenzeit e.V. aus Münster.

Montag, 17.12. 19:00 Uhr, Gießer Straße 16

Am 1. Januar 1994 besetzten Tausende Indigene unter der Losung “Ya Basta!” (Es reicht!) sieben Städte im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. Zwei Wochen lang kämpften die Zapatistas - die sich nach dem Revolutionär Emiliano Zapata benannten - bewaffnet gegen die Regierung, die für sie nur Missachtung oder Gewalt übrig hatte. Seitdem setzen sie sich mit friedlichen Mitteln gegen Ausbeutung, Rassismus, Unterdrückung der Frauen und Naturzerstörung ein. Die Zapatistas besetzten Ländereien von Großgrundbesitzern und bauen dort eigene Strukturen auf. Lokale Machthaber und die Regierung reagieren darauf bis heute mit Repression und Sabotage. Die Zapatistas riefen bereits 1996 zur Bildung einer “Internationalen der Hoffnung” auf, um gemeinsam mit anderen Bewegungen für eine solidarische Gesellschaft zu kämpfen. 2005 starteten sie mit der “Anderen Kampagne” ihre neueste Initiative, die eine neue Verfassung für Mexiko und die Stärkung des globalen Widerstandes gegen den Neoliberalismus durchsetzen soll. Ziel der Zapatistas ist eine basisdemokratische Gesellschaftsordnung. Das Filmteam besuchte mehrere zapatistische Gemeinden und sprach vor allem mit den Menschen der Basis. Die Dokumentation bietet eine Einführung in das Thema, anschauliche Einblicke in selbstverwaltete Gesundheits-, Bildungs- Landwirtschafts- und Kollektivprojekte, das Politikverständnis und die internationale Bedeutung der Bewegung.

Kämpfe im Wirtschaftswunder

Sozialer Umbruch und proletarische Kämpfe in China

Referentin: Eine Redakteurin der Netzzeitung Welt in Umwaelzung

Freitag, 14.12. 19:00 Uhr, Libertäres Kultur- und Kommunikationszentrum Libelle (Kolonnadenstr. 19)

China erlebt seit Anfang der 80er Jahre ein beispielloses Wirtschaftswachstum. Es gilt daher (zusammen mit Indien) als großer Hoffnungsträger erfolgreicher Kapitalverwertung. Die Situation kann man so zusammenfassen: eine Gesellschaft im Umbruch mit rasant zunehmender Ungleichheit. Das Wohlstandsgefälle wird größer, und zwar zwischen Stadt und Land, zwischen Küstenprovinzen und Inland, zwischen Gebildeten und Ungebildeten, zwischen Gewinnern und Verlierern der Wirtschaftreformen. Soziale Unruhen sind allgemein verbreitet und die Leute greifen sehr schnell zu kollektiven Aktionen. Demonstrationen, Streiks, Riots, Blockaden sind bei von Privatsierung betroffenen Staatsarbeitern, um ihren Boden betrogenen Bauern, von Entwohnung bedrohten Mietern beliebte Mittel des Protestes. Zudem haben auch die Hauptakteure des chinesischen Wirtschaftswunders, die in den Weltmarktfabriken arbeitende neue Arbeiterklasse, Ansprüche auf eine Verbesserung ihrer Lage angemeldet. Die Referentin wird den Schattenseiten des Wirtschaftswachstums in China nachgehen.

 

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Um unsere Rechte zu verteidigen!

Hintergrund und Entwicklung des Aufstandes in Oaxaca 2006

 

Vortrag mit Eberhart Raithelhuber und Carolin Kollewe von promovio e.V.

Dienstag, 11. 12. 19:00 Uhr, Libertäres Kultur- und Kommunikationszentrum Libelle (Kolonnadenstr. 19)

Vor einem Jahr hielt ein Volksaufstand den süd-mexikanischen Bundesstaat über mehrere Monate in Atem. Nach der gewaltsamen Unterdrückung der basisdemokratischen Bewegung und ihrer überwiegend friedlichen Aktionsformen sitzt der despotische Gouverneur jedoch bis heute fest im Sattel. Was sind die strukturellen Ursachen, die zu den Protesten von Gewerkschaften, indigenen Organisationen und der Zivilgesellschaft geführt haben? Welche Zukunftsperspektiven gibt es für die Gewährleistung von Menschenrechten und Demokratie in Oaxaca? Dass es eine gibt, zeigt die indianischen Organisationen zur Verteidigung der Menschenrechte in Oaxaca – OIDHO –, über deren Arbeit ebenfalls berichtet wird.

Der Kleiderhaken

Die Schattenseiten des Freihandels in der globalen Bekleidungsindustrie

Mit Einleitungsvortrag und anschließendem Produzentengespräch

Dokumentarfilm BRD/Honduras 2006

Ein Film des Zwischenzeit e.V. aus Münster.

Montag, 10.12. 19:00 Uhr, Gießer Straße 16

Die Textil- und Bekleidungsindustrie in Deutschland ist seit Jahren von Arbeitsplatzabbau und Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer geprägt. Beschleunigt wurde diese weltweite Entwicklung durch internationale Freihandelsabkommen. Gegenwärtig ist es weitaus billiger, die verschiedenen Produktionsschritte über den gesamten Globus zu verteilen als kundennah herzustellen. 90% unserer Kleidung werden mittlerweile in Niedriglohnfabriken, auch Maquiladoras genannt, hergestellt.

Auswirkungen von steuer- und zollbefreiten Industriezonen im Trikont sind Kürzungen in den Gesundheits-, Sozial- und Bildungssystemen und zunehmende Verarmung in den jeweiligen Ländern. Weltweit kritisieren Organisationen die miserablen Arbeitsbedingungen in den Fabriken.

einsatz_von_chemikalien_bei_freshtex.jpgIm Mittelpunkt des Films steht die Stadt San Pedro Sula in Honduras. Sie gilt als die Maquiladora-Metropole in Mittelamerika. Primär produzieren die Fabriken Kleidungsstücke für den nordamerikanischen und europäischen Markt. Niedrige Löhne, fristlose Kündigungen, (sexuelle) Übergriffe und Gewerkschaftsverbot gehören zum Alltag dieses Wirtschaftszweiges. Die eingesetzten Chemikalien zerstören nicht nur die Umwelt, sie reichern sich auch in der Kleidung an und gefährden die Gesundheit von ArbeiterInnen und KonsumentInnen.

Femenicidio in Ciudad Juárez (México)

Stopp der Straflosigkeit: Nicht eine Tote mehr!

Referentin: Marisela Ortiz, Präsidentin der Organisation „Nuestras Hijas de Regreso a Casa, A. C.”

Mittwoch, 5. 12. 19:00 Uhr, Ev.-reformierte Kirche (Tröndlinring 7)

Ciudad Juarez, Chihuahua (México) – Schaupatz massenhaft begangener Verbrechen gegen Frauen (femecidio). Die Täter bleiben straflos. Marisela Ortiz, berichtet von dem feminicidio in ihrer Heimatstadt und der Arbeit ihrer Organisation dagegen: Nuestras Hijas de Regreso a Casa, A. C. ist eine Bürgerinitiative mit Sitz in Ciudad Juárez, die sich aus Familienangehörigen verschwundener Mädchen und Frauen zusammensetzt, die im Bundesstaat Chihuahua ist eine Bürgerinitiative mit Sitz in Ciudad Juárez, die sich aus Familienangehörigen verschwundener Mädchen und Frauen zusammensetzt, die im Bundesstaat Chihuahua Vergewaltigungen und Morden zum Opfer gefallen sind. Frau Ortiz erläutert die Hintergründe wie es zu einer Situation kommen konnte in denen massenhaft Verbrechen gegen Frauen begangen werden. Und stellt ihre aktuelle Kampagne „Stopp der Straflosigkeit: Nicht eine Tote mehr!” vor, die den mexikanischen Staat dazu auffordert, die Straflosigkeit in Bezug auf die Frauenmorde in Ciudad Juárez und die Qualen der Angehörigen und aller Menschenrechtler zu beenden. Seit 1993 werden die Morde an jungen und armen Frauen in Ciudad Juárez dokumentiert. Im Jahr 2001 dehnte sich der Terror in die Bundeshauptstadt Chihuahua aus… Wann und wo wird er aufhören?

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Land unter Strom

Staudämme: Millionengewinne auf Kosten von Mensch und Natur

Dokumentarfilm BRD 2006

Ein Film des Zwischenzeit e.V. aus Münster.

Montag, 03.12. 19:00 Uhr, Gießer Straße 16

Staudämme - Millionengewinne auf Kosten von Mensch und Natur. Gegenwärtig gibt es weltweit über 45.000 große Staudämme. Gerade in den sog. Entwicklungsländern gelten sie weiterhin als Motor für wirtschaftlichen Aufschwung. Dabei sind die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen gravierend. chixoy_staumauer.jpgIn Mittelamerika sind zahlreiche Staudämme geplant und in Konstruktion. Auch dort zählt die Abholzung von Regenwäldern, Vernichtung der Artenvielfalt, Überflutung von Gemeinden und Maya-Ruinen zu den “Begleiterscheinungen” der profitablen Bauwerke. Die ansässige Bevölkerung ist gegen die Konstruktion der Dämme - im Falle des Widerstands droht ihnen gewaltsame Vertreibung und Mord. Der Film dokumentiert vier Staudammprojekte aus Honduras, Guatemala und Mexiko (Babilonia, El Tigre, Chixoy, Usumacinta), stellt die zahlreichen Folgen von der Planung bis zur Inbetriebnahme von Staudämmen vor und zeigt den Widerstand der Menschen gegen Enteignung, Naturzerstörung und staatliche Gesetzesbrüche.

Kaffee, Kaffee, Kaffee…

Was steckt hinter den fair trade Siegeln?

 

Referat von und mit Rica Dauth

Dienstag, 27.11. 19:00 Uhr, Libertäres Kultur- und Kommunikationszentrum Libelle (Kolonnadenstr. 19)

Kaffee ist den meisten Menschen nur als Genuss-und Suchtmittel bekannt. Dass es nach Erdöl der meist gehandelte Rohstoff ist und dass 25 Millionen Bauernfamilien von dem braunen Gold abhängen, gerät häufig in Vergessenheit. Die seit knapp 20 Jahren anhaltende Kaffeekrise hat dramatische Folgen für die Kaffee-ProduzentInnen. Hinzu kommt erschwerend der Wettbewerb auf dem Welt-Markt. Für die ProduzentInnen bedeutet das sich entweder den gestellten Weichen der großen Kaffee- und Lebensmittelkonzerne zu beugen oder eigene Ideen und Konzepte zu entwickeln sich im Haifischbecken der Globalisierung zu behaupten. Im Idealfall sind diese Ideen so f1000013bw_579.jpgrevolutionär oder exquisit, dass sie die Aufmerksamkeit der KonsumentInnen erregen. Geschafft hat das eine zapatistische Kaffeekooperative aus dem südmexikanischen Bundesstaat Chiapas, deren Bohnen von einer kleinen Hamburger Rösterei unter dem Namen Café Libertad vertrieben werden. Die zapatistischen Kaffeebauern haben ihren fair gehandelten Bio-Kaffee auf dem Weltmarkt untergebracht ohne sich dem Diktat und den Knebelverträgen der großen Wirtschaft zu unterwerfen. Wie ist ihnen das gelungen, unter welchen Bedingungen arbeiten sie und mit welchen Schwierigkeiten sind sie konfrontiert ? Was hat Zapatismus mit Kaffee zu tun? Und war es der Bio- und Fairtrade Faktor, der Café-Libertad zu seinem Auftrieb verholfen hat? Im Warenregal der 1001 Angebote, scheinen Bio-und Fairtradeprodukte noch immer eine hinreichend „exquisite“ Alternative zu sein und eine, die suggeriert, das der Endverbraucher seinen, wenn auch kleinen Teil, für eine bessere und gerechtere Welt leistet. Gesiegelte Fairtrade-Produkte beispielsweise sollen Sicherheit beim Konsumenten wecken. Doch wer verbirgt sich hinter den Labelling-Firmen, an wen vergeben sie ihre Siegel und unter welchen Bedingungen? Fairtrade goes Mainstreaming und das nicht erst seit Plus fair gehandelte Kaffee mit ins Sortiment aufgenommen hat, um ihn kurze Zeit später wieder aus den Regalen zu nehmen. Doch welche Konsequenzen hat das massentaugliche Fairtrading für die Kaffee-ProduzentInnen, und was bedeutet diese Entwicklung für die EndverbraucherInnen? Rica Dauth hat viele Erfahrungen und Bilder zum Thema Kaffee im Gepäck die aus ihren Lateinamerikareisen stammen.

 

 

Der Garnelenring

Soziale und ökologische Auswirkungen der industriellen Shrimpszucht in Zentralamerika

Dokumentarfilm BRD 2005

Ein Film des Zwischenzeit e.V. aus Münster.

Montag, 26.11. 19:00 Uhr, Gießer Straße 16

filmstreifen-garnelenring2.jpgDer globale Supermarkt zerstört Mangrovenwälder, Artenvielfalt und Lebensgrundlagen. In den letzten Jahren haben sich Garnelen von einer teuren Delikatesse zu einem beliebten und erschwinglichen Nahrungsmittel gewandelt. In Deutschland hat jede Person 2003 durchschnittlich 1,4 kg der Tiere verspeist. Doch kaum jemand macht sich Gedanken darüber, woher die Garnelen kommen und auf wessen Kosten die Tiere produziert und exportiert werden. Wüssten sie es, könnte ihnen glatt der Appetit vergehen.

Die Filmdokumentation zeigt die gravierenden ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der industriellen Shrimpszucht und berichtet von den Widerständen vor Ort. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung in Honduras und Guatemala. Zudem wird der Einfluss des Verhaltens von Konsumenten und Firmen in Deutschland auf die Shrimpszucht im Trikont dargesetellt. In dem Film kommen Betroffene und Organisationen sowie PolitikerInnen und Unternehmerverbände zu Wort.

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